Donnerstag, 23. August 2007

Chiemsee Reggae Summer 2007

Nachdem nun endlich alle Sachen wieder sauber im Schrank verstaut sind, werde ich mich mal an einer Zusammenfassung vom letzen Wochenende versuchen.
Allein schon die Anreise mit dem Zug hatte einiges für sich. Acht Stunden Zugfahrt inkl. fünf mal umsteigen. Hört sich schlimmer an, als es ist. Ok, wir saßen zwischenzeitlich auf dem Boden und hätten in Nürnberg beinah den Zug verpasst, weil wir uns nicht mehr aus den Bücherbergen im Bahnhofsgeschäft befreien konnten. Trotzdem lief alles nach Plan und wir sind guter Laune und mit ein paar Freunden mehr in Übersee angekommen. Dort stapelten sich schon die Menschenmassen, die auf den Shuttlebus zum Festivalgelände gewartet haben, aber auch das hat uns nicht aus der Bahn geworfen. Nach ungelogen zwei Sekunden Daumen raushalten, hielt auch schon eine nette Frau an, die uns gefahren hat. Zelt und Pavillon waren auch schon aufgebaut. Was kann denn da noch besser laufen?
In der Nacht zum Freitag fing es dann an zu regnen. Aber wie sich das gehört, fiel zum Start der ersten Band kein Tropfen mehr vom Himmel. Bei Mono & Nikitaman kam dann auch prompt die Sonne raus:



Bei Capleton gab es dann gar kein halten mehr. Absolut unbeschreiblich:



Anschließend gingen wir zur Zeltbühne. Dort war es allerdings dermaßen warm und voll, dass wir es nicht lange aushielten. Ist eigentlich auch nicht so schlimm, den Dr. haben wir Live ja schon ein paar Mal erleben dürfen. Also sind wir wieder zur Hauptbühne und haben noch Freundeskreis & Joy Denalane gesehen. Danach ging gar nichts mehr…total kaputt gefeiert.
Ich glaub der Samstag war trotzdem für alle der härteste Tag, was die Kondition anging. Mit Nneka ging es los und ich weiß nicht warum, aber wir konnten, trotz dass wir später kamen, fast ganz vorn stehen. Deshalb hier noch ein Bild von Nneka, um den Support in diesem Blog weiter voran zu treiben:



Danach trat Babylon Circus auf und die Jungs haben sich mal wieder selbst übertroffen. Das war anstrengend!



Auch bei Ward 21 ging es richtig zur Sache. Ich hab selten so viel Spaß bei einem Liveauftritt gehabt. Sehr gelungen.



Macka B & the Royal Roots Band war eine echte Überraschung. Was soll ich sagen, es war wirklich alles genial. Doch den wohl schrägsten Auftritt lieferte Deichkind ab. Ich sag nur Yippie Yippie Yeah… Anschließend noch kurz zu Boundzound und dann mit Gentleman den krönenden Abschluss des Tages gefeiert. Doch damit nicht genug. Bei den Nachbarn gab’s lecker Chicken Wings und die Straße durch den Campingplatz entwickelte sich zur Partymeile. Und wie das halt so ist, wenn alles gut läuft, nimmt man auch noch mal das Festzelt in Anspruch.
Am Sonntag wurde ich dann von Mäusen geweckt, denen wohl der Weg unter meinem Schlafplatz als am besten geeignet erschien, sinnlos hin und her zu rennen. Ganz toll! Das Aufstehen war jedoch noch schlimmer. Ich glaube es gab keinen Muskel in meinem Körper, der mir nicht guten Morgen wünschen wollte. Dementsprechend war ich bei den Bands am Sonntag kaum in der Lage auch nur einen Arm zu heben. Sunrise Tribe ging dann auch etwas an mir vorbei. Bei Martin Jondo bin ich langsam wieder zu mir gekommen. So einer kleiner Mann und so viel Action auf der Bühne. Und nicht nur da. Offensichtlich hat es ihm am meisten Spaß gemacht mitten im Publikum zu stehen und zu singen. Leider ging er da jedes Mal völlig unter, so dass man anhand der wild fotografierenden Leute nur erahnen konnte, wo er sich gerade aufhält. Zurück auf dem Zeltplatz konnten wir dann alle noch ein wenig Lagerfeuerstimmung genießen.



Dann kam das, was kommen musste…ein ordentliches Gewitter. Gefühlte fünf Stunden später war alles wieder vorbei und das Festivalgelände glich einer Seenlandschaft. Ob mir der Auftritt von Yellowman gefallen hat, kann ich immer noch nicht einschätzen. Die Musik war gut, aber seine akrobatischen Kunststücke, die teilweise in eine einzige Aerobicshow ausarteten, wiederholten sich ständig und wurden auf Dauer nur nervig. Egal wie, dann waren wir bei Irie Revoltés. Und trotz Schmerzen in allen Körperteilen war es unmöglich unbeteiligt zuzusehen. Also noch mal alles rausgeholt was ging. Danach war ich leider dermaßen körperlich am Ende, dass ich mir keine weitere Band angesehen habe.
Das war’s vom Festival. Ich werde es in sehr guter Erinnerung behalten, wobei sich mir bei dem Gedanken an Dosennahrung immer noch der Magen umdreht.

4 Kommentare:

  1. Äh, gemütliches Lagerfeuer?? Auf dem Photo sieht das Lagerfeuer recht rußig aus. Aber immerhin ist es groß, das muss man Euch lassen. Eine ganze Scheune (oder sind es doch nur ein paar Bäume) abzufackeln - Ihr habt weder Kosten noch Mühen gescheut. Oder ist wieder jemand im Stroh liegend beim Kiffen eingeschlafen?

    AntwortenLöschen
  2. Ich glaub das war eine Scheune. Kann sein, dass das Feuer auch auf den Bauerhof übergegangen ist. War auf jeden Fall recht groß und hat sehr lang zur Belustigung der Festivalteilnehmer beigetragen.
    Die Feuerwehr auf dem Land ist wahrscheinlich auch eher mit Katzenrettung und Partys beschäftigt. So ein Feuerchen hat da sicherlich für ein wenig Verwirrung gesorgt.

    AntwortenLöschen
  3. Auf dem Land ist garantiert in der relativen Statistik (Anzahl der Feuer pro 1000 Einwohner) die Feuergefahr höher als in der Stadt. Das liegt zum einem daran, dass auf dem Land wesentlich mehr mit Holz gebaut wird. Aber vor allem liegt es am Heuen. Vergisst ein Bauer (wahrscheinlich hat er sich auf dem Festival zu sehr vergnügt) rechtzeitig das Heu zu wenden, läuft er Gefahr, dass sich das Heu selbst entzündet. Während dem Heuen, entstehen chemische Prozesse, die im Inneren eines Heuhaufens zu Temperaturen von über 70°C führen können. Um diese Selbstentzündung zu vermeiden, besitzt der Bauer ein sehr langes Thermometer, mit dem er die Temperatur im Inneren eines Heuhaufens messen kann. Mit dem Wenden des Heuhaufens beugt er der Selbstentzündung vor, da Temperatur danach wieder absinkt. So, da habe ich einmal klug dahergeschissen - olles Stadtpack *g*.
    Komm jetzt aber nicht mit der Frage, ob man das Gleiche nicht mit den Kühen machen müsste....

    AntwortenLöschen
  4. ...gut dass wir das geklärt haben

    AntwortenLöschen