Gestern Abend wollte ich mich, bevor ich mich in die heiligen Hallen des Fridericianums begab, noch einmal technisch aufrüsten und betrat zu diesem Zwecke eine der Multimediastores, die es in Kassel ebenso wie in anderen urbanen Kreisen zuhauf gibt. Dort gesellte sich ein technischer Fortschritt wie Kassettenadapter für Klinge (Fachchinesisch) zum anderen, so dass ich reich bepackt der Kasse entgegen strebte, um mein Vermögen weiter zu dezimieren. Als an der Kasse der Betrag ausgerufen wurde ("hunndertainundraissicheuroschnippes!!"- mir tun jetzt noch die Ohren weh), bekam ich ein Déja-vue. Nein, meinen Schlüssel hatte ich noch bei mir. Aber meine EC-Karte war weg. Und in Ermangelung des nötigen Barvermögens, musste ich die Kassiererin darum bitten, meine Ware zurückzulegen. Nach kurzem Nachdenken kam mir die Erinnerung, wo ich die Karte zuletzt eingesetzt hatte - am Sonntag beim Kauf meiner Dauerkarte und den Katalogen für die documenta XII. Dummerweise an einer Kasse, die am Fuße des Herkulesdenkmals liegt: Wilhelmshöher Schloss. Also weit weg von der Innenstadt, in der ich wie ein begossener Pudel stand. Damit begann eine Odyssee, zu der ich mich nur kurz äußern möchte: keiner hatte so richtig Ahnung, an wen ich mich wenden sollte (vom Servicetelefon der documenta zur Gaderobe verwiesen, über Fundbüro, über Polizei (die mich zum städtischen Fundbüro schicken wollte, bei euch piept's!), über Kasse zum Kassendienst getorkelt). Während dieses kafkaesken Rundgangs stieg in mir immer mehr die Unsicherheit auf, ob ich die Karte auch wirklich am besagten Kassenhaus vergessen hatte oder ob ich sie nicht gar irgendwo unterwegs verloren hatte. Zur Sicherheit wollte ich meine Karte sperren. Aber wie lautet die Nummer meiner Bank? Toll - einfach nachschauen, steht ja auf der Karte - großes Kino. Auch das war eine kleine Odyssee durch das deutsche Telefonnetz. Schlussendlich beim Kassendienst angekommen, vertrösteten mich die dortigen Angestellten auf den nächsten Morgen, da sie nicht an den Tresor gelangten, in dem fremde Geldkarten und andere Wertgegenstände aufbewahrt werden, weil der Tresorverwalter zur vermaledeiten Kasse unterwegs war. Ganze 5 Minuten haben mir gefehlt. Die Odyssee hätte man auch abkürzen können, wäre ich nur gleich an eine kompetente Frau wie die Kassiererin gelangt. Naja, der Schluss ist schnell erzählt. Heute morgen beim Kassendienstverwalter aufgetaucht, mich ausgewiesen und tatsächlich meine Karte zurück erhalten.
Nur seit gestern Abend kommen mir immer wieder erheblich Zweifel, an meinem eigenen geistigen Zustand. Das begann, als ich meine Brille über ein Viertelstunde in der Wohnung suchte. In nächster Zeit werde ich mich wohl fragen müssen, wo mein Autoschlüssel, Geldbeutel, Handy, Haare, Zähne und der gesamte Kopf verblieben sind. In diesem Sinne schönen Tag noch und... äh.. jetzt habe ich es vergessen, was ich schreiben wollte. Wusste ich es doch! Ich habe Alzh...äh...*sabber*...Ja und schönen Tag noch. Euch allen mit Hirn und Unverstand.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen