... ist eine Sache, für die ich kein Patentrezept habe (Vorschläge dürfen gemacht werden). Aber es ist leicht, auf vielfältige Weisen eine große Menge Geld zu verlieren. Die einfachste Variante ist, es auf die Straße zu schmeißen.
Oder:
Man will noch einmal kurz einkaufen gehen. Man tänzelt Frohgemutes aus der Wohnung, zieht die Tür hinter sicher zu und greift in die linke Hosentasche – gähnende Leere. Rechte Hosentasche – Handy. Hinten – Portemonnaie und Taschentücher. Und vorne? – Alles noch da. Bis auf den Schlüssel. Kurzes und hoffnungsvolles Rütteln an Tür, ob sie auch wirklich zu ist - ja, was für ein Glück! Jetzt kann wenigstens keiner einbrechen. D’oh (*Nein*)! Kurzes grübeln. Wage Erinnerungen erzählen mir, dass ich den Schlüssel gerade noch in der Hand hatte, aber ihn aus mittlerweile mir unerfindlichen Gründen aus derselbigen gelegt habe. Also im Geldbeutel nach einer ver- und entwertbaren Plastikkarte gesucht, gefunden, angefangen, sie zurechtzubiegen und im Türschlitz die Karte durchzuziehen. Auf Höhe des Schlosses stecken geblieben. Mist – die Karte ist zu dick bzw. der Türspalt am Schloss zu schmal. Oben und unten bis zu 1cm Türspalt, so dass es im Winter zieht wie Hechtsuppe, aber auf Höhe des Schlosses ist alles passgenau. Super. Karte wieder abgezogen. Vermieter anrufen, der einen Zweitschlüssel besitzt – nicht da. Mmmh, Tür eintreten? Nee, zu teuer. Und bevor ich weitere Mätzchen mache, hole ich lieber einen, der sich damit auskennt. Dumm nur, dass der Schlüsseldienst direkt neben meiner Haustür vor einer halben Stunde seinen Laden geschlossen hat. Hilft also nichts, Notdienst anrufen. Erster Notdienst hat das Bein gebrochen, zweiter Notdienst ist im Urlaub und der dritte kann erst in einer Stunde auftauchen. Egal. Hauptsache es kommt einer und öffnet mir gewaltlos und ohne viel Schaden die Tür. Und da war ja noch was mit Einkaufen. Das zuerst erledigt und die restliche Zeit auf den Schlüsselnotdienst gewartet. Kommt zur versprochenen Zeit. Schicker, neuer A6 Kombi. Legales Türaufbrechen scheint sich zu lohnen. Der Schlüsseldienst versucht mit derselben Methodik wie ich an den Türschnapper zu gelangen, aber scheitert gleichfalls. Ein breites Grinsen erfüllt mein Gesicht, bis ich der Situation gewahr werde. Scheiße – doch die Tür aufbrechen oder Schloss aufbohren. Dann kommt ihm die grandiose Idee, den Türknauf abzureißen. Während er mit aller Gewalt fast das gesamte Türschließsystem aus der Tür stemmt, frage ich mich, warum ich nicht auf die Idee gekommen bin. Gut, ich habe zwar kein Werkzeug gerade parat – aber wozu gibt es Nachbarn. Die scheint es aber überhaupt nicht zu interessieren, wer gerade so eine Krach im Treppenhaus veranstaltet und meine Türe demoliert. Danach ist es relativ leicht an den Vierkant der Klinge zu kommen, um die Türe zu öffnen. Trotzdem sagt der Schlüsseldienst, nachdem er den Türknauf abgerupft hat, die salbungsvollen Worte: „Jetzt beten sie `mal, dass das auch klappt!“ Idiot! Bilanz: Ein beschädigter Türknauf (konnte ihn aber mit ein wenig Mühe wieder aufziehen. Trotzdem muss er wahrscheinlich beim Auszug ersetzt werden.) und eine horrende Rechnung vom Schlüsseldienst. Der Anfahrtsweg muss ein sehr langer sein – nach Durchsicht der Rechnung vermute ich, dass er mindestens aus Göttingen kommt, trotz Kasseler Kennzeichen. Mensch, da hätte ich selber alles an der Tür zerstören können. Selbst das wäre billiger gekommen. Aber in Endeffekt bin ich ihm dankbar, dass ich in die Wohnung wieder kann, um meine aufgewärmten Einkäufe im Kühlschrank zu verstauen. Das sollte mir eine Lehre sein und ich mache mich auch nie wieder über Schlüsselvergesser (die für mich bisher gleichbedeutend mit Turnbeutelverlierern waren) lustig. Verdammt. Damit habe ich meinen Nimbus eingebüßt.
Aber ich habe jetzt doch einen Weg entdeckt, risikoarm und todsicher Geld zu gewinnen (zu verdienen) – geh zum Schlüsselnotdienst. Und wenn Du noch Aggressionen loswerden willst – der Auftraggeber haftet für jeglichen Türschaden, den Du verursachst. Das Beste ist aber: Du kannst Deine eigene Tür kostenlos aufstemmen. Yippieh!
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen