Freitag, 29. Juni 2007

Mein Nachbar, das (unbekannte) Wesen

Da stiefelt einer meiner Nachbarn um halb ein Uhr nachts auf den Balkon, um eine Zigarette zu rauchen. Soweit nichts besonderes. Jedenfalls nicht für mich, da ich gerade selber bei meinem Gute-Nacht-frische-Luft-schnappen auf meiner rostigen Balustrade saß. Nur gehe ich selten in Boxershorts und T-Shirt mit meinem Laptop auf den Balkon, setzte mich damit auf Bierkästen, um dann (für den Außenstehenden) wirre Selbstgespräche zu führen . Auszug gefällig? " [..] Scheiße - ich muss unbedingt fi****! Wie mach' ich das jetzt? Boah, so ein Mist! Was läuft da denn.... Ich muss das unbedingt fertig kriegen. [..] Schweine! [..]" Leider ging ein großer Teil des Monologes durch heftige Böen und/oder durch sein zeitweises geflüstertes Gebrabbel unter. Schade, denn ich habe nichts gegen eine moderne Shakespeareaufführung. Oder war es doch eher die Moderne mit klassischem Einschlag, die mir geboten wurde. Prägend für die Moderne waren der Sprachausdruck und das ostinate Auftauchen von Kernsätzen ( [..] "Scheiße, ich schaff' das!" [..] ), die auf einen melodramatischen, unsichtbaren Klimax hinarbeiteten. Klassisch empfand ich hingegen die tragikomische Figur und Schauspielleistung. An wen oder welches Stück hat mich das nur erinnert? Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass nach einer Weile der Konfusion, Irritation und Amüsements die Vorstellung ermüdend wurde (wie es leider manchmal bei klassisch-modernen Aufführungen der Fall sein kann) und ich die selbige vorzeitig abbrach, indem ich unbesehen und unbemerkt aus meiner Loge .. äh von meinem Balkon verschwand. Tja, keine Ausdauer und Sitzfleisch mehr für junge Dramaturgen.
Im Bett kam mir der Gedanke, dass ich meinem Nachbarn 'mal nahelegen sollte, mit einem Stück von Sophokles zu beginnen, bevor er dann "Die Physiker" von Dürrenmatt einstudiert. Aber nicht das ihr jetzt denkt, mein Nachbar sei krank. Er ist ..mmh.. höchstens seltsam.
In diesem Sinne - "Der beste Schauspieler ist man sich selbst." (Dr. M. Hinrich)
Oder - documenta XII. at its best - Kunst findet überall statt.

Dienstag, 19. Juni 2007

Auf der Suche nach meinem Kopf

Gestern Abend wollte ich mich, bevor ich mich in die heiligen Hallen des Fridericianums begab, noch einmal technisch aufrüsten und betrat zu diesem Zwecke eine der Multimediastores, die es in Kassel ebenso wie in anderen urbanen Kreisen zuhauf gibt. Dort gesellte sich ein technischer Fortschritt wie Kassettenadapter für Klinge (Fachchinesisch) zum anderen, so dass ich reich bepackt der Kasse entgegen strebte, um mein Vermögen weiter zu dezimieren. Als an der Kasse der Betrag ausgerufen wurde ("hunndertainundraissicheuroschnippes!!"- mir tun jetzt noch die Ohren weh), bekam ich ein Déja-vue. Nein, meinen Schlüssel hatte ich noch bei mir. Aber meine EC-Karte war weg. Und in Ermangelung des nötigen Barvermögens, musste ich die Kassiererin darum bitten, meine Ware zurückzulegen. Nach kurzem Nachdenken kam mir die Erinnerung, wo ich die Karte zuletzt eingesetzt hatte - am Sonntag beim Kauf meiner Dauerkarte und den Katalogen für die documenta XII. Dummerweise an einer Kasse, die am Fuße des Herkulesdenkmals liegt: Wilhelmshöher Schloss. Also weit weg von der Innenstadt, in der ich wie ein begossener Pudel stand. Damit begann eine Odyssee, zu der ich mich nur kurz äußern möchte: keiner hatte so richtig Ahnung, an wen ich mich wenden sollte (vom Servicetelefon der documenta zur Gaderobe verwiesen, über Fundbüro, über Polizei (die mich zum städtischen Fundbüro schicken wollte, bei euch piept's!), über Kasse zum Kassendienst getorkelt). Während dieses kafkaesken Rundgangs stieg in mir immer mehr die Unsicherheit auf, ob ich die Karte auch wirklich am besagten Kassenhaus vergessen hatte oder ob ich sie nicht gar irgendwo unterwegs verloren hatte. Zur Sicherheit wollte ich meine Karte sperren. Aber wie lautet die Nummer meiner Bank? Toll - einfach nachschauen, steht ja auf der Karte - großes Kino. Auch das war eine kleine Odyssee durch das deutsche Telefonnetz. Schlussendlich beim Kassendienst angekommen, vertrösteten mich die dortigen Angestellten auf den nächsten Morgen, da sie nicht an den Tresor gelangten, in dem fremde Geldkarten und andere Wertgegenstände aufbewahrt werden, weil der Tresorverwalter zur vermaledeiten Kasse unterwegs war. Ganze 5 Minuten haben mir gefehlt. Die Odyssee hätte man auch abkürzen können, wäre ich nur gleich an eine kompetente Frau wie die Kassiererin gelangt. Naja, der Schluss ist schnell erzählt. Heute morgen beim Kassendienstverwalter aufgetaucht, mich ausgewiesen und tatsächlich meine Karte zurück erhalten.
Nur seit gestern Abend kommen mir immer wieder erheblich Zweifel, an meinem eigenen geistigen Zustand. Das begann, als ich meine Brille über ein Viertelstunde in der Wohnung suchte. In nächster Zeit werde ich mich wohl fragen müssen, wo mein Autoschlüssel, Geldbeutel, Handy, Haare, Zähne und der gesamte Kopf verblieben sind. In diesem Sinne schönen Tag noch und... äh.. jetzt habe ich es vergessen, was ich schreiben wollte. Wusste ich es doch! Ich habe Alzh...äh...*sabber*...Ja und schönen Tag noch. Euch allen mit Hirn und Unverstand.

Montag, 18. Juni 2007

documenta

So, jetzt ist es passiert. Die documenta XII . hat seit letztem Wochenende die Pforten geöffnet. Und es scheint so, wie als würde jetzt endlich alles in geordneten Bahnen verlaufen. Trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) der vielen Startprobleme (der Molekularkoch Ferran Adrià bleibt in Spanien - Außenstelle wird eröffnet; Straßenreinigung entfernt Kunstwerk; die Saat eines Klatschmohnfeldes geht nicht auf) und Kritiken zum Auepavillion (im Gewächshaus hängt die Kunst so kreuz und quer, dass sie sich nicht im einzelnen entfalten kann) kann wohl von einem gelungen Start gesprochen werden. Ich werde jetzt aber nicht niederschreiben, was ich schon alles gesehen habe und was mir gefallen hat und was nicht. Das müsst ihr schon selber herausfinden. Und zwar für Euch. Also kommt mich besuchen.

Freitag, 15. Juni 2007

Mit einem Wisch

...und weg. Für manchen Hausmann (für die emanzipierten auch Hausfrau) ein Segen, für die Straßenreiniger von Kassel ein Fluch.

Wenn der Postmann dreimal klingelt,

und frau geht nicht ans Telefon, weil sie in einer wichtigen Sache steckt und unabkömmlich ist, so kann ein möglicher Grund für die wichtige Sache dieser sein. Auch gut - mit Musik geht alles viel besser. Aber Vorsicht! Die Kopfhörer übertönen nicht mehr den Schallpegel im Zimmer, nur in den eigenen Ohren.

Mittwoch, 6. Juni 2007

Todsicher und risikoarm Geld zu gewinnen….

... ist eine Sache, für die ich kein Patentrezept habe (Vorschläge dürfen gemacht werden). Aber es ist leicht, auf vielfältige Weisen eine große Menge Geld zu verlieren. Die einfachste Variante ist, es auf die Straße zu schmeißen.
Oder:
Man will noch einmal kurz einkaufen gehen. Man tänzelt Frohgemutes aus der Wohnung, zieht die Tür hinter sicher zu und greift in die linke Hosentasche – gähnende Leere. Rechte Hosentasche – Handy. Hinten – Portemonnaie und Taschentücher. Und vorne? – Alles noch da. Bis auf den Schlüssel. Kurzes und hoffnungsvolles Rütteln an Tür, ob sie auch wirklich zu ist - ja, was für ein Glück! Jetzt kann wenigstens keiner einbrechen. D’oh (*Nein*)! Kurzes grübeln. Wage Erinnerungen erzählen mir, dass ich den Schlüssel gerade noch in der Hand hatte, aber ihn aus mittlerweile mir unerfindlichen Gründen aus derselbigen gelegt habe. Also im Geldbeutel nach einer ver- und entwertbaren Plastikkarte gesucht, gefunden, angefangen, sie zurechtzubiegen und im Türschlitz die Karte durchzuziehen. Auf Höhe des Schlosses stecken geblieben. Mist – die Karte ist zu dick bzw. der Türspalt am Schloss zu schmal. Oben und unten bis zu 1cm Türspalt, so dass es im Winter zieht wie Hechtsuppe, aber auf Höhe des Schlosses ist alles passgenau. Super. Karte wieder abgezogen. Vermieter anrufen, der einen Zweitschlüssel besitzt – nicht da. Mmmh, Tür eintreten? Nee, zu teuer. Und bevor ich weitere Mätzchen mache, hole ich lieber einen, der sich damit auskennt. Dumm nur, dass der Schlüsseldienst direkt neben meiner Haustür vor einer halben Stunde seinen Laden geschlossen hat. Hilft also nichts, Notdienst anrufen. Erster Notdienst hat das Bein gebrochen, zweiter Notdienst ist im Urlaub und der dritte kann erst in einer Stunde auftauchen. Egal. Hauptsache es kommt einer und öffnet mir gewaltlos und ohne viel Schaden die Tür. Und da war ja noch was mit Einkaufen. Das zuerst erledigt und die restliche Zeit auf den Schlüsselnotdienst gewartet. Kommt zur versprochenen Zeit. Schicker, neuer A6 Kombi. Legales Türaufbrechen scheint sich zu lohnen. Der Schlüsseldienst versucht mit derselben Methodik wie ich an den Türschnapper zu gelangen, aber scheitert gleichfalls. Ein breites Grinsen erfüllt mein Gesicht, bis ich der Situation gewahr werde. Scheiße – doch die Tür aufbrechen oder Schloss aufbohren. Dann kommt ihm die grandiose Idee, den Türknauf abzureißen. Während er mit aller Gewalt fast das gesamte Türschließsystem aus der Tür stemmt, frage ich mich, warum ich nicht auf die Idee gekommen bin. Gut, ich habe zwar kein Werkzeug gerade parat – aber wozu gibt es Nachbarn. Die scheint es aber überhaupt nicht zu interessieren, wer gerade so eine Krach im Treppenhaus veranstaltet und meine Türe demoliert. Danach ist es relativ leicht an den Vierkant der Klinge zu kommen, um die Türe zu öffnen. Trotzdem sagt der Schlüsseldienst, nachdem er den Türknauf abgerupft hat, die salbungsvollen Worte: „Jetzt beten sie `mal, dass das auch klappt!“ Idiot! Bilanz: Ein beschädigter Türknauf (konnte ihn aber mit ein wenig Mühe wieder aufziehen. Trotzdem muss er wahrscheinlich beim Auszug ersetzt werden.) und eine horrende Rechnung vom Schlüsseldienst. Der Anfahrtsweg muss ein sehr langer sein – nach Durchsicht der Rechnung vermute ich, dass er mindestens aus Göttingen kommt, trotz Kasseler Kennzeichen. Mensch, da hätte ich selber alles an der Tür zerstören können. Selbst das wäre billiger gekommen. Aber in Endeffekt bin ich ihm dankbar, dass ich in die Wohnung wieder kann, um meine aufgewärmten Einkäufe im Kühlschrank zu verstauen. Das sollte mir eine Lehre sein und ich mache mich auch nie wieder über Schlüsselvergesser (die für mich bisher gleichbedeutend mit Turnbeutelverlierern waren) lustig. Verdammt. Damit habe ich meinen Nimbus eingebüßt.
Aber ich habe jetzt doch einen Weg entdeckt, risikoarm und todsicher Geld zu gewinnen (zu verdienen) – geh zum Schlüsselnotdienst. Und wenn Du noch Aggressionen loswerden willst – der Auftraggeber haftet für jeglichen Türschaden, den Du verursachst. Das Beste ist aber: Du kannst Deine eigene Tür kostenlos aufstemmen. Yippieh!

Freitag, 1. Juni 2007

knackiger Titel gesucht

Endlich bin ich soweit. Nächste Woche werde ich endlich mein Diplomthema anmelden. Ich werde die Internetpräsenzen von Politikern (auf Bundes- und Landesebene) untersuchen. Genauer gesagt...wie sie sich im Internet darstellen und welche Motive sie dabei leiten.
Blöd nur, dass ich noch keinen Titel dafür habe...jedenfalls zur Hälfte. Der Untertitel wird "Internetpräsenz von Politikern" oder so ähnlich lauten. Beim Rest bin ich schon ne Weile am grübeln, aber langsam fang ich an mich im Kreis zu drehen.
Wer also demnächst von euch Probleme beim einschlafen hat, sich langweilt, von der Arbeit ablenken will oder unter Alkoholeinfluss ins grübeln kommt, kann mir gerne dabei helfen nen Titel zu finden. Von konkreten Vorschlägen bis zu wackligen Hinweisen bin ich für alles dankbar, was eure kreativen Gehirne ausspucken.
Also auf zum Brainstorming Leute!

beinah vergessen: Alles Gute zum Kindertag!

Freitag, 25. Mai 2007

Gummisport

Jipp, heute hat's mir die Kondomwerbung angetan.
Von verständlichen über gemeine Geschichten, von kleinen Storys über mehrere Episoden (1, 2 & 3) zu kleinen Horrorerzählungen, von Vorsorge über Zusagen, Irrungen und Kinderstreichen hin zum krönenden Abschluss - alles vorhanden.
Und ihr könnt euch sicher sein. Es gibt noch viel mehr........

Donnerstag, 24. Mai 2007

Gehen wir Tauben vergiften im Park,....

....denn manchmal mischt sich auch ein Polizist unter die Tauben. Jedenfalls in Frankreich. Glaube ich wenigstens.

Das Pfeifen wird lauter.....

Jetzt ist es (r)aus! Radsport adieu - Tränen lügen nicht, aber helfen auch nicht weiter.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Das Pfeifen im ARD-Walde

Ein Männlein steht Walde, ganz still und stumm.
Da kommt ein Radfahrer und fährt ihn um.
Ei, wer mag der Fahrer sein,
der so schnell fährt ganz allein?
Er kann nur auf der Flucht wohl sein.

Ein Radler fährt im Walde, ganz schnell und wild.
Denn er wird gejagt von der Presse und Bild.
Einst jagte ihn das Peloton,
jetzt jagt ihn auch das Feuilleton,
denn er hat gedopt und nahm Epo. (Eigendichtung, merkt man *g*)

Unsere Helden der Straße (Mensch, jetzt verstehe ich unseren Blognamen!) sehen sich schon seit längerer Zeit des Vorwurfs ausgesetzt, systematisch zu dopen. Doch wurde über Jahre hinweg von den Fahrern und deren Betreuern zu den Vorwürfen geschwiegen oder gar geleugnet. Und als Zuschauer redete man sich selber den Sport sauber. So ostinat und zyklisch die Vorwürfe des Dopings im Radsport auftraten, wurden sie ebenso schnell und heimlich wieder unter den Teppich gekehrt und verharmlost. Wobei die Schuld immer andere tragen ("Ihr wollt doch nur unseren Sport beschmutzen!" oder "Ich habe von nichts gewusst. Da wollte mir wohl jemand etwas böses antun!").
Doch seit einigen Tagen, Wochen, ja sogar Monaten schwillt ein vormals kleiner Fuentesrinnsal langsam, aber stetig zu einem mächtigen, brausenden Strom an, der nicht nur alles mitreißt, was sich einst an seinen Ufern labte, sondern auch auf andere Rinnsale übergreift und deren Umgebungen überschwemmt. Eine Art Sintflut bedroht den Radsport und wird ihn komplett in seinem Dopingwasser ertränken, wenn nicht bald ein Noah mit einer Arche auftritt.
Dabei fangen einige Vögel an zu singen. Doch wird ihr Gesang durch das 880Hz-Pfeifen im ARD-Walde übertönt. Schade, denn in diesen Moment erscheint mir das Blabbermaul Reinhold Beckmann zum ersten mal sympathisch und investigativ. Jetzt hat ein Webblog (allesaußersport), den Vorfall dokumentiert und das mit der Zensur belegte Gespräch enträtselt. Es bleibt also nur noch abzuwarten, wer noch alles singen wird (es pfeifen Spatzen vom Dach, dass sich Zabel und Aldag sich erklären wollen). Und hoffentlich wird sich nicht wieder ein Zensurbalken über das Geschehen legen. Denn die Aufklärung funktioniert nur ohne, niemals mit Zensurbalken. Oder wird die Sexualaufklärung mit Zensurbalken betrieben?
Abschließend muss ich selber zugeben, wie sehr ich mich getäuscht habe(n lasse). Nach der Verblendung und der Selbstsuggestion vom sauberen Sport fällt es mir schwer auf die zukünftigen Bilder einer der schönsten Sportveranstaltungen der Welt zu verzichten. Vor allem die Landschaften, die während einer Radrundfahrt eingefangen wurden, konnten kaum schöner sein. Aber was bleibt einem sonst noch übrig, um gegen den unlauteren Wettbewerb zu protestieren. Nachdem ich mich nun ausgeheult (selber Schuld, wenn man den Lügen geglaubt hat!), indem ich mich pseudo-metaphorisch und - literarisch völlig verausgabt habe, lass ich noch eine Karikatur und ein Zitat sprechen:
"Der Sport ist keine heile Welt, aber eine Welt, die heilen kann." - Gerhard Uhlenbruck, Die Wahrheit lügt in der Mitte, S.96

Samstag, 19. Mai 2007

Verliebt, verlobt...

VERHEIRATET!
Was sahen meine müden Augen da gestern im StudiVZ! In dem kleinen Kästchen wo sonst immer dumme Sprüche stehen, stand: "Ich habe dich gehascht und jetzt will ich dich für immer behalten. Liebe Nicole möchtest du mich heiraten!? Dein Ronny" (so oder so ähnlich stands da)
Zuerst hab ich das ja für nen verdammt schlechten Witz gehalten. Aber beim Blick auf die Pinnwände von Ronny und Nicole (ihre Namen waren natürlich zu ihren Profilen verlinkt), mußte ich feststellen, der Typ meints ernst. Und der Knaller: Nicole hat am 18.05. 2007 um 13:52 auf seiner Pinnwand jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa gesagt.
Gut dacht ich mir, is alles nicht so schlimm, im Zeitalter des WWW kann so was schonmal von dem ein oder anderen als der richtige Weg angesehen werden in den Stand der Ehe einzutreten.
Ich beging dann aber den großen Fehler die Pinnwände der beiden zu lesen auf denen dann jeder zweite Eintrag ungefähr so lautete: "OOOOh is das süüüüß ich will auch das mein Freund mir mal so nen Antrag macht."
Da wars dann vorbei.
Ich wollte eigentlich meine Hausarbeit schreiben konnte mich allerdings nicht mehr losreisen, meine Konzentration war vor lauter lachen und weinen gleichzeitig sowieso im Eimer. Also las ich mir tapfer die 4000 Einträge durch, schaute mir Profile von fremden Menschen an und beobachtete den allmählich aufkommenden Krieg zwischen StudiVZ-Heiratsantraggegnern und Befürwortern. Die Diskussion könnt ihr euch ja ungefähr vorstellen:
"Ähh das is ja so unromantisch"
"Nein is es nicht, du bist ja nur neidisch"
Bla Bla Blubb
Bis zu diesem Zeitpunkt, war ich nur ein einfacher Beobachter des tobenden Kampfes und ich muß sagen das ganze trug erheblich zu meiner Belustigung bei.
Doch dann entdeckte ich in meinem Posteingang eine Nachricht von einer Ulrike.
Ulrike? Kenn ich nicht!
Laut Profil studiert Ulrike Theologie und Musikwissenschaft und ihre Nachricht lautete: "tritt der Gruppe, Ronny&Nicole-im Namen der Liebe: Freut euch mit und meckert nicht, bei."
Mein erster Gedanke war, scheiße was hat die für Drogen genommen. Das hab ich sie dann auch direkt gefragt, auf ihrer Pinnwand, ihre Antwort war: "Die der Toleranz" (achso mit 20 verdammten ;) dahinter!)
Da war dann bei mir endgültig Feierabend und ich bin der Gruppe, Hilfe!!! Bloß keinen Antrag übers StudiVZ!!!, beigetreten.
Naja, es ist doch schön mit was für Schwachsinn man die Leute so bei der Stange halten kann (Ich schließ mich da nicht aus...).
Waren gestern Wahlen an irgend ner großen Uni? Das im StudiVZ wäre auf jedenfall ne klasse Aktion gewesen um die Leute vom wählen abzuhalten.
Ich freu mich schon, wenn Nicole und Ronny in einer Live-Übertragung im StudiVZ heiraten, ihr erstes Kind zeugen und sich wie jede dritte Ehe in Deutschland auch live wieder scheiden lassen. Auf der Pinnwand versteht sich natürlich!
In diesem Sinne, fühlt euch gehascht und es lebe das WWW!!!

Mittwoch, 16. Mai 2007

Verflixt und zu genäht

Nachdem Joscha die Arbeit auf seiner Seite nichtlustig.de schon seit längerer Zeit eingestellt hat ruhen lässt, wird es Zeit, Farbe zu bekennen und zuzugeben dass ich seit längerer Zeit Methadon zu mir nehme. Flix heißt der Gute und hat gleichfalls einen Webauftritt, bei dem er Dinge aus dem täglichen Leben erzählt - und zwar regelmäßig. Vielleicht kennen ihn einige von der Spiegel online-Seite, für die er immer wieder kurze Geschichten aus seiner Zeit als Dozent an der HbK Saarbrücken erzählt (unter dem Titel "Seiten- wechsel"). Tatsächlich lebt und zeichnet er mittlerweile in Berlin und ist mit Joscha befreundet. So schließt sich der Kreis. Und weil ich gerade so am Lachen bin, noch einen hinterher:

Mittwoch, 9. Mai 2007

Bevrijdingsfestival in Haarlem


Da ich mich mit dem posten noch etwas dämlich anstelle (wie man ja sieht, die Schrift macht einfach nicht das was ich ihr sage), hier nur ein paar Bilder vom 05.Mai auf dem Befreiungsfestival in Haarlem.
Was die Hells Angels damit zu tun haben ist mir ein Rätsel aber sie waren da!








Nneka war super, allerdings haben die Holländer bei guter Musik nicht nur nen Stock sondern nen ganzen Wald im...
Naja, die können halt nur auf Techno tanzen! Kannste nix machen.

Ik vond het lekker muziek!

Groetjes en tot zo!

Madeleine

Samstag, 5. Mai 2007

Mordgelüste

Plötzlich steht diese Fratze mitten im Wohnzimmer, sieht aus wie das Baby mit nur einer Augenbraue.
Die Fratze singt: "sometaaiiiimes!! i wish i were an äääiiiiinschel, sometaaiiiimes...!" Und dann sagt ein ernst und kompetent klingender Mann, das die Fratze "Declan" heisse und nach seinem unglaublich wahnsinnigen Erfolg jetzt ein neues Album habe.

Nachdem der erste Schreck vorüber ist und die Vernunft gegen das Adrenalin und den damit verbundenen Fluchtinstinkt gesiegt hat, denke ich: "Declan ? - who the fuck is Declan?"
... welcher Erfolg? Wer ist das? Was wollen die von mir?... gibt es Omis, die das wirklich kaufen, nur weil der Mann mit der kompetenten Stimme im Fernsehen gesagt hat, dass es einen Jungen names Declan (und nicht Gerald) gibt, der unglaublich wahnsinnig erfolgreich ist? - Ich fürchte ja.

Nicht verwechseln!

Links: Declan
(Unglaublich erfolgreich)
Rechts: Gerald








Dazu habe ich eine Kritik entdeckt, die sich mit meinem ersten Eindruck deckt:

(Manchmal ist es bestimmt hart, Musikkritiker zu sein. Das arme Schwein scheint sich die Platte wirklich vollständig angehört zu haben.)


"[...] Bei dem Jungen handelt es sich um ein Stimmwunder aus dem Städtchen Hoo in der Grafschaft Kent, das auf dem berühmt-berüchtigten Warner-Label Starwatch Music (u.a. Monrose, Sandy, Wunder, Roger Cicero) ins Rennen um die Gunst der Schwiegermutterherzen geschickt wird.
Für diese Mission bekam Declan 15 Klassiker der Musikgeschichte vorgesetzt, die er brav im Stile eines Heintje Simons (Kinderstar in den 60er Jahren) oder des jungen Angelo Kelly von der Kelly Family eingesungen hat. Denn singen kann der Teenager wirklich. Das hat er schon im Vorprogramm von Elton John bewiesen und als er zu Ehren des königlichen Thronjubiläums vor einem Millionenpublikum sang. Da ging es allerdings immer nur um ein paar wenige Lieder.

Mit „Thank You“ folgt nun die Gewissheit, dass Declan noch nicht in der Lage ist, ein komplettes Album nur mit seiner Stimme zu tragen. Dazu fehlt es dem 15-Jährigen nämlich deutlich an Ausdrucksmöglichkeiten und Gefühl. Durch diesen Gleichklang stellt sich nach einiger Zeit der Effekt von Langeweile ein, der sich dadurch verstärkt, dass sämtliche Lieder altbekannt sind und beinahe täglich im Mainstream-Radio rauf und runter gespielt werden.


Das wirklich Schlimme an „Thank You“ ist aber etwas ganz anderes. Die Songs [...] wurden [...] komplett neu produziert, arrangiert, aufgenommen und abgemischt. Nachdem die Klassiker so durch den Wolf gedreht wurden, klingen sie durchweg billig und nach schmalem Portemonai, ganz so, als würde Mitarbeiter Meier/Müller/Schulze auf dem Betriebsfest seines Arbeitsgebers auf der Bontempi Orgel aufspielen. So was ist eines Major-Labels unwürdig und verstärkt nur den Eindruck, dass hier mit einem Kind auf die Schnelle, ohne viel Aufwand, Geld gemacht werden soll. "


Ach nee.

Donnerstag, 3. Mai 2007

documenta 12 im Anmarsch

In einem anderem Blog (spi) habe ich schon einmal über den monumentalen Neubau, der im Auepark entsteht, berichtet. Damals stellte ich mir die sinnige Frage, ob die Maulwurf-Jagdsaison eröffnet wurde. Nun, einige Monate nach Beginn der Umwälzarbeiten auf einer der schönsten Grünflächen, ist das Kunstwerk vollbracht. Angekündigt als wegweisende Architektur (u.a. mit der monströsen Bezeichnung Glaspalast) entstand eine sehr nette Gewächshausanlage, die jedem Tulpenfanatiker Tränen des Glücks in die Augen treiben würde. Bei den Kunstinteressierten hingegen stößt das Bauwerk (das immerhin 3,9 Mio. € verschlungen haben soll, so wird kolportiert) auf allerlei Spott und Skepsis. Und sogar die Architekten streiten sich mittlerweile mit den Kuratoren um den Bau. Aber jeder sollte sich einen eigenen Eindruck verschaffen. Insofern lade ich wieder einmal herzlich zur kommenden documenta 12 ein. Meine Türen stehen Euch (im übertragenen Sinne - bitte kündigt Euer Kommen rechtzeitig an) jederzeit offen.
Und damit Ihr schon mitreden könnt, ein paar Bilder von der neuen Gärtnerei im Auepark, die Mitte Juni eröffnet wird.

Wenn man in den Auepark hinabblickt, ist die Gewächs- hausreihe als solche deutlich erkennbar - wenn man es weiß. Ansonsten könnte man es auch für eine Tennishalle halten.


Doch bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass die Höhenabmaße für eine Tennishalle zu niedrig sind.



Schlimm ist jedoch, dass der (Aus-)Blick zur einen Seite des Glas- pavillons von diesem ekel- haften, völlig überalterten Bau, auch genannt Orangerie, ver- stellt und ver- schandelt wird.




Dadurch entsteht folgenden Komposition, die (noch) für einige Diskussion sorgen wird.



Aber wenigstens in der Frontalansicht wird der Kasseler Schandfleck vom Aue-Pavillon zum Großteil verdeckt. Die weißen Streben, die auf dem Photo vom Dach zum Boden führen, sind nicht nur aus ästhetischen Gründen angebracht, sondern versorgen die Anlage mit kühler Luft. Im Inneren erwarten einen, für Gewächs- häuser recht ungewohnte, kühle Luft. Auch deshalb sind die 3,9Mio € keineswegs in den Wind geblasen, denn darin stecken (wahr- scheinlich) schon die Energiekosten....
Schade, dass der wegweisende Bau nach der documenta wieder verschwindet (man kolportiert, ein Holländer würde sich dafür interessieren - die ollen Tulpenschänder..äh..-züchter).

Abschließend wollen wir noch die Kasselaner (Eingeborenen) und Kasseler (Zugezogenen) zu Wort kommen lassen.

Äh, ok - man kann es auch als sexistischen Diskreditierung auffassen. So ist es aber hier nicht gemeint. Bestimmt nicht.

Freitag, 27. April 2007

Aus der Welt der Kunst

Oder besser - aus der Welt der Kleinkunst, womit künstlerische Darbietungen gemeint sind. In Form von Licht oder in Form von Tischtennisbällen. Beides recht sportliche Leistungen.
Und falls ihr in Zukunft ein Video von youtube runterladen möchtet, einfach das Wort kiss vor youtube schreiben (Beispiel).
Wenn jetzt noch jemand wissen möchte, woher ich das wieder weiß..... tja, ich bin allwissend. Oder mir ist einfach nur langweilig. Sucht's Euch aus.
Und bevor ich es noch vergesse: Stuttgart ist die schönste Stadt der Welt. Auch wenn der Wein nicht immer genießbar ist - wenigsten gibt es einen exzellenten Artikel auf wikipedia.

darth vader tries to...